Und täglich grüßt das Murmeltier….
Täglich ? , nein, das nicht, aber alle Jahre wieder wenn es einen starken Ölpreisanstieg gegeben hat, kommen die Anfragen, was es kostet, auf ein „Sprit sparendes System“ umzurüsten, damit man weniger verbraucht. Auch jetzt wieder, nachdem wir an den Tankstellen wieder eine „deutliche 2“ vorne sehen.
Hierzu gibt es natürlich Ansätze, die man angehen kann.
Vorneweg gleich meine Einlassung, dass möglicherweise einige Spezialisten noch weitere Ansätze verfolgen würden, daher erhebt dieser Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
1. Getriebetausch
2. Hinterachsuntersetzung
3. Vergasertausch
4. Luftfilter verstopft ?
4. allgemeine Fahrweise
1. Ein Getriebetausch ist möglich und wird auch in vielen Fällen zu einem geringerem Spritverbrauch führen. Allerdings ist es meist damit nicht alleine getan, denn man greift beabsichtigt in ein „eingespieltes“( wenn noch original ), von Ingenieuren so geplantes System ein. Es müssen dann ggf. noch weitere Komponenten berücksichtigt werden. ( siehe auch Punkt 2 ). Insgesamt ist es die teuerste und radikalste Umrüstung, die nur gemessen an der Fahrleistung eine Kompensation : Kosten – Nutzen ergibt. So ein Umbau kann dann schnell mal 4-6tsd Euronen kosten. Und hier liegt die Krux : wenn man viel fährt ( damit es sich schnell amortisiert ), dann muss man auch viel tanken, somit muss man auch viel Geld zusätzlich einsetzen. Das muss man im einzelnen „gegenrechnen“, ob es sich wirklich für einen lohnt und wie lange die Amortisation dauern würde.
Fahre ich viel, dann amortisiert sich der Umbau schon nach 3-6 Jahren ( je nachdem was man machen will und/oder ob man es selbst machen kann). Fahre ich weniger, dauert es umso länger. Wer sich um Geld keine Sorgen machen muss, den wird auch der Umbau nicht interessieren , sollte man denken. Jedoch sind es oft, wie auch dieses Mal, Interessenten, die sich eigentlich um Geld eher weniger Sorgen machen müssen. Tut man was für die Umwelt : klares Ja, aber man muss sich fragen, wie viel es am Ende der Umwelt wirklich bringt. Gemessen an dem CO² Ausstoß einiger weniger Oldtimer wahrscheinlich eher wenig, gemessen an der Gesamtlage bei allen Verbrennerfahrzeugen.
2. Manchmal ist durch ein Getriebetausch schon die ursprüngliche Konstellation des damals ausgelieferten Fahrzeuges verändert worden, jedoch hat man nicht konsequent alles gemacht. Dabei kann es sein, dass die Hinterachsuntersetzung aus der Kombination Schaltgetriebe-Hinteachse so geblieben ist, was dann mit einem modernen Getriebe ( z.B ein TH350 Automatik ) zu einem ungünstigen Untersetzungsverhältnis geführt hat. Erhöhte Motordrehzahl im Geschwindigkeitsbereich zwischen 80km/h und 120km/h sind dann die Folge und damit einhergehend ein erhöhter Spritverbrauch. Da kann man ansetzen, muss aber genau berechnen lassen, welche Untersetzung dann am besten passt. Eine „lange“ Hinterachsuntersetzung kann dann gepaart mit einer „langen“ Getriebeübersetzung das Gegenteil bewirken. Auf der Autohahn hat man ein höheres Einsparpotetial wegen niedrigeren Drehzahlen, jedoch verkehrt sich das „vermeintlich“ Gute, z.B. im Stadtvekehr beim ständigen Anfahren und abbremsen ins Gegenteil, da der Motor ständig mehr „Gas“ haben muss, um das in Drehmoment umzusetzen. Diese Erfahrung habe ich selbst auch schon gemacht.
3. Vergasertausch ist zwar eine Möglichkeit, jedoch auch hier gibt es einiges zu bedenken. Solange die Motorkonfiguration noch original ist, tendiere ich eher dazu gar nichts zu machen, außer evtl. den Vergaser prüfen zu lassen ( ggf. überholen zu lassen ) . Hier mein Hinweis : läuft das System einwandfrei und man hat sonst kaum oder keine Probleme, dann laßt die Finger davon und macht euch an die nächsten Punkte 4 und 5 !!!!.
Ist der Vergaser nicht mehr original, dann versucht rauszufinden was genau verbaut ist. Viele denken nach dem Motto : viel hilft viel und haben einen zu „großen“ Vergaser auf einem Motor verbaut, der zuviel Sprit verbraucht, den der Motor aber nicht in Leistung umsetzen kann. Typischer Fall ist ein originaler 283cui V8 mit einem 750er Holley DoublePumper. Da geht viel zu viel „unverbrauchter“ Sprit hinten wieder raus, ohne das die eigentliche Leistung abgerufen werden könnte. Dazu müßten im Motor andere Voraussetzungen geschaffen werden. Stichwort : z.B. andere Kolben für eine andere Verdichtung und eine andere Nockenwelle für veränderte Steuerzeiten der Ventile. Das kann nur ein fachkundiger Motorenbauer berechnen und bewerkstelligen. Hier liegen oft die Fehler und ein erhöhter Spritverbrauch. Ein „Downsizing“ wäre dann angebracht.
Hier mal ein simples Beispiel : ein originaler 1957 Rochester 4 bbl Vergaser hat etwa 375cfm Luftdurchsatz. Richtig eingestellt ist hier das Benzin-Luftgemisch optimal auf die knapp 180HP eingestellt und der Verbrauch liegt im Bereich dessen, was die damaligen Ingenieure errechnet hatten. Oft sieht man solche Motoren mit einem 600cfm Edelbrock oder einem 750cfm Holley Vergaser. Der Motor wird also mit viel mehr „gefüttert“, als er eigentlich verarbeiten kann. Erhöhter Spritverbrauch ist die Folge, ohne das eine wirklich höhere Leistung abgerufen werden kann.
Eine Umrüstung auf moderne Einspritzer ( die wie Vergaser aussehen ) ist eine elegante Lösung, bedarf aber doch eher mehr fundierter Kenntnisse, will man tatsächlich eine Verbesserung erzielen….und billig ist diese Variante auch nicht gerade, speziell dann, wenn man selbst nicht gut schrauben kann und auf fremde Hilfe angewiesen ist. Klar, gibt es hier einige, die jetzt sagen : ist doch ganz einfach gewesen….gut, wenn man weiß was man tut, dann ja, wenn nicht, steht der Oldtimer erst mal wieder….
4. Luftfilter dicht ? Ist vielleicht euer Luftfilter alt und „verstopft“. Hier bietet sich auch Einsparungspotential. siehe auch TechTipp vom September 2021 !!
Was mich letztendlich zum Punkt 5 bringt : allgemeine Fahrweise und Bedienung des Gaspedals :
Was passiert eigentlich, wenn ich das Gaspedal drücke ? Sobald der Motor gestartet wurde, pumpt die Benzinpumpe Sprit in die Schwimmerkammer des Vergasers. Von dort gelangt durch den Unterdruck im Venturirohr genau soviel Sprit mit Luft vermischt in den Ansaugtrakt, dass der Motor im Standgas läuft. Drückt man nun das Gaspedal durch, wird durch Unterdruck und u.a. durch die Beschleunigerpumpe mehr Benzin-Luftgemisch in den Ansaugtrakt befördert und die Motordrehzahl steigt. Während der Fahrt ist das auch so.
Nun kommen wir aus einer Zeit, wo alle modernen Fahrzeuge eine computergesteuerte Einspritztechnik haben, wobei das Steuergerät immer genau die Menge an Sprit berechnet, die benötigt wird. ABER : selbst wenn ich das Gaspedal voll durchdrücke, errechnet das Steuergerät die Menge, die dann linear angepaßt immer so erhöht wird, dass nicht zu viel eingespritzt wird. Und hier ist der Unterschied zu den alten Vergasern : drücke ich das Gaspedal voll durch, wird sofort über die Beschleunigerpumpe die größtmögliche Menge an Benzin „bereitgestellt“, um die Motordrehzahl und somit auch die Beschleunigung in Gang zu setzen. Es wird also nicht differenziert „eingespritzt“, sondern „ALL IN“ gegangen.
Hier liegt nach meiner Erfahrung das höchste Einsparpotential, welches man im geringsten Kosten-Nutzen Vergleich erzielen kann !!!
Man bedenke folgendes :
1. in den 50ziger und 60ziger Jahren war die Serientechnik längst nicht so ausgefeilt wie heute.
Klar ! Die Ingenieure haben damals ja auch noch mit Schieberechner kalkuliert und berechnet.
2. Der Sprit war billiger…..
3. Die gefahrenen Durchnittsgeschwindigkeiten waren niedriger. Speed Limit in der Stadt 25/35mph ( 34-50km/h ), auf den Country Roads 45mph und auf dem Highway 55mph ( 80km/h !!!) Die Berechnungen der Ingenieure waren also auf diese niedrigeren Geschwindigkeiten und die für damalig moderates Fahrverhalten ausgelegt.
Ich habe jahrelang immer wieder mit meinen eigenen Fahrzeugen die Tests gemacht.
Fahrweise bis 55mph ist der Verbrauch sehr moderat. Da waren bei meinem originalen Set Up 283cui 4bbl V8 immer 11-13 l/100km normal. Bei meinem 6 Cyl. sogar nur 10-12 l/100km.
Sobald ich auf der Autobahn mit 120/130km/h gefahren bin, stieg der Verbrauch exponentiell nach oben ( immer im Vergleich zu den damalig originalen Berechnungen der Ingenieure, die auch damals schon höhere Verbräuche errechnet hatten. )
Fazit : Man kann also etwas tun, je nachdem wo man ansetzen möchte. Der „Gasfuß“ bietet oft sofort und nachhaltig eine Einsparung ( zumindest solange die „2“ noch vorn steht )
Jeder, der hier Beratung benötigt ist herzlich eingeladen. Wer also den großen „Rund-Umschlag“ machen möchte kann das tun. Ich habe die Teile dafür.